Mein Schirm und meine Rettung sind mal wieder ohne mich auf Tour. Der Schirm muss zur Nachprüfung und für die Rettung ist mal wieder Packen angesagt. Ich habe mir die Wetterprognosen die nächsten Tage angesehen und da ich zudem beruflich viel um die Ohren habe, nutze ich die Zeit. Wenn es doch extrem super mit den Bedingungen wird, kann ich zur Not mit meiner alten Wildcat zumindest etwas handeln.
Ahl Männer …
Dabei wollte ich heute gar nicht an den Hang und stattdessen Joggen gehen. Der Wind war bedeutend schwächer als gestern vorhergesagt. Aber nachdem die anderen auf WhatsApp quasi Mobbing betrieben haben von wegen „Heute geht es doch!“, hat die Sucht natürlich gesiegt und ich bin wieder nach Reichenbach.
Aber am Hang war der Wind mehr nur ein Hauch denn kräftig genug zum Fliegen oder wenigstens Spielen. Bis 14:00 Uhr. Dann ist hat der Wind ein Einsehen gehabt (meinem Apfel sei Dank) und meine Fresse – ich hätte nie erwartet, dass der Flugnachmittag dann noch so gut wird. Da waren einige echt geile Flüge dabei heute. Mit Überhöhung am Start, höher als die Bäume auf der linken Seite und Fliegen in hinterste die östliche Ecke.
Nur leider hat meine GoPro ziemlich versagt. Bei allen Videos ist sie nach wenigen Sekunden ausgegangen oder hat gar nicht aufgenommen. Auch bei den meisten Bildserien. Das Teil ist fertig. Es ist aber die Version 2 und jetzt gut und gerne 10 Jahre alt. Da muss wohl eine Ablösung demnächst ran.
Nette Nachmittagssession
Auch wenn es heute wieder recht böig sein sollte, sahen die Prognosen ab 15:00 Uhr fliegbar aus. Als ich um die Zeit am Hang ankam, waren die ersten Flieger am Starten. In der Tag waren die Bedingungen wirklich nett.
Gut 1 Stunde ging es richtig gut zu fliegen. Dann aber hat der Wind unerwartet stark nachgelassen und um 17:00 Uhr bin ich vom Hang weg.
Über den Nachmittag waren 10 Flieger da und da die Hälfte 60 Jahre oder deutlich älter war, war das echt ein Seniorentreff. Unglaublich.
Später, bockiger Jahresbeginn – aber immerhin ein Beginn
Nicht nur wegen Corona, sondern auch dem doch recht unpassenden Wetter die letzte Zeit und diversen beruflichen Verhinderungen bin ich für den ersten Flugtag des Jahr dieses Jahr unüblich spät dran. Wobei ich auf meine Kappe nehme, dass ich mehrere mögliche Flugtage hab verstreichen lassen. Die letzten beiden Tage ging es wohl in Reichenbach, wobei ich Freitag erst zu spät bemerkt und den Samstag als zu heftig eingestuft hatte. Der letzte Sonntag hingegen war ein Traumflugtag in Eschbach, bei dem ich mich aber bewusst zu einer anderen Aktivität entschieden hatte – Schlittschuhlaufen. Ich kannte es nur von meinem Vater, dass er als Kind/Jugendlicher in den zugefrorenen Niederjosbacher Wiesen Schlittschuh gelaufen ist, aber ich kann mich nicht entsinnen, dass ich so etwas schon jemals gemacht hatte. Deshalb hatte ich mich auch gegen Gleitschirmfliegen entschieden und bin stattdessen bei uns vor der Tür im Unterfeld Schlittschuhlaufen gegangen. Gute Flugtage wird es das Jahr noch geben, aber wenn es schon mal vor der Haustür eine über 500 Meter lange natürliche Eisbahn gibt, muss man das ausnutzen. Bis es so etwas wieder gibt, werden vermutlich Jahre ins Land gehen. Aber so sind eben aus diesen und jenen Gründen fast 2 Monaten seit meinem letzten Flugtag vergangen.
Heute standen dann aber Eschbach und Reichenbach zur Wahl und da wollte ich endlich wieder den Schirm lüften. Allerdings waren die Prognosen teils grenzwertig. Bis 12 Uhr sollte es zu stark sein, dann aber – je nach Prognose – nachlassen. Nachdem ich am Vormittag sowieso zum Krafttraining in Eppstein war, wollte ich es auf jeden Fall probieren. Die Frage, ob Eschbach oder Reichenbach, hat sich bereits beantwortet, als ich in WhatsApp mitbekommen habe, wie viele Leute schon früh in Eschbach am Hang waren und wie viele noch kommen wollten. Da kann man eigentlich am Wochenende bei guten Bedingungen sowieso nicht mehr hin gehen. Ab 11:00 Uhr habe ich in der Webcam in Reichenbach die ersten Flieger gesehen und so gegen 12:45 Uhr war ich dann auch da. Nur der Wind war immer noch viel zu heftig. Super Richtung und guter Grundwind, aber in Böen zu stark. Interessanter Weise war in Eschbach zur gleichen Zeit der Wind wohl zu schwach und auch meist zu viel aus Süd. In Reichenbach waren wir über den Nachmittag maximal entspannte 7 – 8 Flieger und auch wenn wir Parawaiting abhalten mussten, war das in der tollen Sonne heute eine angenehme Geschichte. Die dann ab etwa 14:45 Uhr auch noch mit fliegbaren Bedingungen belohnt wurde. Zwar sind auch da noch immer wieder Windböen durchgezogen, aber ab der Zeit war es handelbar – mit der nötigen Vorsicht. Ich bin damit heute zwar nicht wirklich groß geflogen, hab aber zumindest den Schirm gelüftet, etwas gespielt und mit ein paar Hüpfern die erste Airtime des Jahres eingefahren. War eine gute Entscheidung, heute an den Hang zu gehen. Und nach Reichenbach statt Eschbach, denn soweit ich das gesehen haben, ging da so gut wie gar nichts.
MF-Weihnachtsgeschenk
Den Weihnachtsbraten gab es heute am Hang. Nur als ich gegen 13:00 Uhr ankam, waren mir die Bedingungen zu heftig. Die anderen sind teils ziemlich hoch geflogen, aber ich hatte den Fehler gemacht und die Prognosen für den Wind in der Höhe angesehen.
Deshalb bin ich äusserst vorsichtig auf der unteren Wiese an die Sache herangegangen und habe ich erst nach und nach weiter nach oben gearbeitet. Ich brauche sowieso immer eine Weile, um mich einzufliegen und die Bedingungen für mich richtig einzuschätzen. Als ich dann eingeflogen war, hat der Wind nachgelassen. Anyway – ich habe die Lage noch bis 15:15 Uhr für kleinere Flüge und Spielereien ausgenutzt und mich da gewundert, warum ich plötzlich alleine war. Also habe ich auch eingepackt und während dessen bemerkt, was die anderen zum Einpacken gebracht hatte – ganz plötzlich war Schneeregen da und dessen Anzug habe ich glatt übersehen. Gerade noch einigermaßen trocken den Schirm in die Tüte gebracht und glücklicherweise war auf der Rückfahrt auch die Fehlermeldung bei meinem Auto verschwunden, die mich auf dem Hinweg fast zum Abbruch der Aktion gebracht hätte.
DWWAHG!
Freitag hatte ich bereits in unsere WhatsApp-Gruppe gepostet, dass ich den Samstag wegen Reichenbach im Auge behalten würde. Die Prognosen sahen nicht schlecht aus. Aber im Laufe des Tages wurden die vorhergesagten Böen immer kräftiger. Bis Samstagmorgen wurden – je nach Wettermodell – Böen über 45 km/h prognostiziert.
Und nachdem am Samstag der Feldberg schon gegen 9:00 Uhr Böen deutlich über 30 km/h gemessen hat und es nicht so aussah als würden die Bedingungen über den Tag schwächer, habe ich den Tag recht früh aufgegeben. Aber mit der kleinen Hintertür, dass ich an den Hang kommen würde, wenn jemand vor Ort wäre und brauchbare Bedingungen melden würde.
Kurz vor 12:00 Uhr habe ich dann in der Webcam gesehen, dass der erste Schirm am Hang ausgelegt wurde. Einige Minuten später kam die Meldung, dass die Bedingungen doch gar nicht schlecht wären. Also noch schnell das Mittagessen abgefertigt und 13:30 Uhr war ich dann doch am Hang. Denn der alte und platte Spruch „Das Wetter wird am Hang gemacht!“ ist einfach wahr. Wer nicht hingeht, hat schon verloren.
Denn in der Tat – die Bedingungen waren sogar recht moderat. Etwas viel Osteinschlag, aber immer fliegbar. Sogar die Sonne hat sich sehen lassen. Zwar nicht so viel wie am Mittwoch und es war deutlich kälter, aber für November waren das immer noch sehr schöne Wetterbedingungen. Die Flüge waren sogar meist noch etwas besser als am Mittwoch, da der Wind konstanter war. Allerdings hatten wir auch echt „Full house“ am Hang.
Als ich kam, waren 5 Flieger am Hang und mit mir sind gerade noch 2 weitere Flieger angekommen. Danach kamen immer mehr Fliegerkollegen, so dass ich die Anzahl über den Nachmittag auf über 20 schätze. Zwar sind auch immer wieder welche gegangen, aber so gut 15 Schirme waren in Spitzenzeiten am Hang. Wobei sich das an dem Hang sehr gut verteilt und es weder eng beim Fliegen war noch die Abstandsregeln ob Corona in Gefahr waren. Es war zudem nett, dass ich mal wieder diverse Fliegerkollegen gesehen habe, die ich schon ewig nicht mehr getroffen hatte. Und ich muss betonen, dass ich(!) vermutlich heute sogar das Durchschnittsalter gesenkt habe. Zwischen 15:30 – 16:00 Uhr stand die Sonne schon ziemlich tief, der Wind wurde schwächer und ich bin heim. Verpasst habe ich offensichtlich noch die genialen Lichtverhältnisse als die Letzten vom Hang gegangen sind. Denn die Bilder hier sind allesamt dieses Mal nicht von mir.
Luftsprünge im November
Endlich war ich mal wieder in Reichenbach. So wenig wie dieses Jahr hat es mich noch in keinem Flugjahr an den Hang gebracht. Ich glaube, das war heute erst das 2. Mal in 2020. Unglaublich. Am letzten Samstag wollte ich schon nach Reichenbach und hatte das bereits am Freitag in unserer WhatsApp-Gruppe gepostet. Aber da bis Samstagmorgen keine Reaktion da war, hatte ich mich umentschieden und bin auf eine lange Radtour gegangen. Um dann gut 35 Kilometer von meinem Schirm weg mitzubekommen, dass doch mehrere Flieger an den Hang gegangen und wohl auch gut geflogen sind.
Doch für den heutigen Tag habe ich schon am Montag den Anstoss bekommen. Eigentlich für Eschbach, aber die Prognosen standen ziemlich strack auf Süd. Da ich erst nach Eppstein musste, war aber meine Fahrstrecke nach Eschbach sowieso über Reichenbach und da habe ich erst einmal die Lage gechecked.
Individualsport
Nachdem der Lockdown wohl morgen in Hessen nochmal verschärft wird und es nicht einmal erlaubt sein soll, alleine Sportstädten zu betreten (was bei böser Interpretration auch zugelassene Fluggelände betreffen könnte), konnte ich heute nochmal etwas Airtime geniesen. Zumal das weitere Wetter im November vermutlich wenig zum Fliegen einladen wird.
Aber heute war Fes noch erlaubt den Schirm zu lüften und Nordwind sowie strahlender Sonnenschein haben mich einfach an den Hang gezwungen. Um die Mittagszeit habe ich meine Videoaufzeichnungen unterbrochen und um 12:30 Uhr war ich am Hang. Bis 15:00 Uhr waren wir nur zu dritt, was auch eventuelle Probleme mit Abstandsregeln gar nicht aufkommen lies. Aber zuerst gingen nur leichte S-förmige Abgleiter von oben, aber so gegen 14:45 Uhr kamen sogar nochmal richtig gute Bedingungen auf und man konnte selbst von der unteren Wiese starten und sogar Höhe machen. Dann ist der Wind aber wieder eingeschlafen und 16:00 Uhr bin ich heim.
Vier gewinnt
Ich kam auf vier Flüge, die zwar nicht sonderlich lang, aber recht schön waren. Am Seil ging es sogar ziemlich hoch raus, aber danach war außer Nullschiebern mit ein paar Kreisen nicht wirklich viel zu machen. Aber wie gesagt – es waren nette, ruhige und interessante Flüge, weil man gerade am Anfang durch Wolkenfetzen geflogen ist, die noch extrem tief gehangen haben.
Auf dem Rückweg habe ich dann für 1,14 EUR/Liter getankt. Ich kann mich kaum entsinnen, dass die letzten Jahre der Sprit so billig war. Und von der Tankstelle bis zur Autobahn bei Wiesbaden geht es viel bergab. Auf den 20 Kilometern hatte ich einen Durchschnittsverbrauch von 4,2 Liter. Bei Vierradantrieb und Boxermotor ist das unfassbar. Aber das Ergebnis hatte ich neulich schon mal auf der Strecke. Dank der Geschwindigkeitsbegrenzungen und eben viel bergab fährt man da fast nur mit Standgas.
Wandertag
Ich hab den zweiten Flug des Tages gemacht und trotz etwas Querwind, ging es ganz gut am Seil. Über dem kleinen Wäldchen konnte ich eindrehen und mich eine Weile mit Nullschiebern halten.
Nach der Landung habe ich dann eine Weile das Schleppauto gefahren, um zu meinem zweiten Flug rauszugehen, nachdem der Rest auch einmal durch war.









