Eschbach statt Holland

Ich hatte locker einen Gleitschirmurlaub in Holland im September ins Auge gefasst. So wie in den letzten 4 Jahren, wo ich entweder in Dänemark oder Holland zum Küstenfliegen war. Aber ich war dieses Jahr schon 4x im Urlaub, bin erst seit Freitag von dem letzten zurück und muss auch im Oktober 2x eine Woche beruflich weg. Das wird mir zuviel. Aber ich will – wenn möglich – im September endlich wieder hier vor Ort an den Hang gehen. Heute war ein Nachmittag in Eschbach der erste Ersatztag für das geplante Küstenfliegen. Allerdings ging nicht wirklich viel. Etwas Groundhandling, ein paar Hüpfer. Aber zumindest der Abflug zur Landewiese kann als echter Flug gewertet werden. Und ich konnte meinen neuen Schirm weiter kennenlernen. Es scheint mir so, dass ich mit meinem alten Buteo aus den Bedingungen heute mehr gemacht hätte. Aber da gibt es halt auch einen Klassenunterschied und der Eternity kann als A-Schirm nicht die Leistung eines High-End-B-Schirms bringen. Das war mir klar und hat sich vermutlich heute gezeigt. Aber ich wollte das so, denn ich fliege mittlerweile nicht mehr genug, um einen B-Schirm sicher einzusetzen.

Obwohl ich keine 2 Stunden am Hang war, war es definitiv kein Flopp und da ich den Tripp auch noch mit einem Badeabstecher zum Hattstein-Weiher nebenan gekoppelt habe, hat sich die Fahrt gelohnt. An den Weiher gehe ich traditionell jedes Jahr mindestens einmal und das ist jetzt auch abgeharkt.

Papagei

Es wird immer dünner mit meinen Flugaktivitäen. Klar – Baustellen und Sperrungen blockieren im Rhein-Main-Gebiet seit Monaten Wege zu Flughängen. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Ehrlich gesagt war die Luft bei mir raus. Als dann mein Buteo im Frühjahr nicht mehr über den Check kam, habe ich das zum Anlass genommen, um grundsätzlich infrage zu stellen, ob ich weiter fliegen will.

Ich konnte den Buteo auf ebay noch ziemlich gut verkaufen und habe danach – mehr oder weniger als Alibi – auf einen U-Turn Eternity ähnlichen Baujahrs, aber in angeblich sehr gutem Zustand geboten. Dessen Startpreis hat ziemlich genau dem Verkaufspreis von meinem Buteo entsprochen. Da ich letztendlich das einzige Gebot abgegeben hatte, hatte ich dann doch wieder einen Schirm an der Backe. Bunt wie eine Regenbogen oder Papagei (und das gefällt mir sogar, obwohl die Optik für mich unwichtig ist). Ein Nullsummenspiel, nur wurde quasi ein Ferrari ohne TÜV gegen einen Golf mit TÜV getauscht. Ich musste nur das Geld für einen neuen Check investieren.

Dann hat aber der Eternity erst einmal rumgelegen und ich habe ihn nicht einmal aus der Tüte geholt. Bis heute. Ich hatte Zeit, fand die Bedingungen eigenlich nicht schlecht und damit keine Ausrede, nicht nach Eschbach an den Hang zu gehen.

Vorort war ich ganz alleine, was ich absolut nicht verstehe. Es war zwar brutal heiß und recht schwachwindig, aber jeder, der an dem Hang schon häufiger geflogen ist, sollte wissen, dass es dann thermisch werden kann.

Ich bin trotzdem nur hingefahren, um den Schirm einmal ausgepackt zu sehen, ins Gurtzeug einzuhängen und vielleicht ein bisschen hochzuziehen. Als ich das gemacht hatte, habe ich mich sogar ausgedreht und zum Ausprobieren zwei  Schritte in den leichten Aufwind hinein gemacht. Ich konnte nicht einmal „Piep“ mehr sagen und habe 20 Meter über dem Hang geschwebt. Denn wie ich oben sagte – an so Tagen kann Eschbach echt thermisch werden. Zwar musste ich immer wieder warten und konnte nur ein bisschen spielen, aber 4 echte – wenngleich kleine – Flüge inklusive Abgleiter zum Landeplatz kamen raus. Meine minimalen Erwartungen an den Tag waren damit deutlich übertroffen und ich konnte sogar den neuen Schirm richtig im Flug testen. Er steigt träger beim Aufziehen als der Buteo, fliegt weniger dynamisch in den Kurven und hat auch nicht ganz den Speed und die Gleitleistung. Aber er fühlt sich dennoch sehr gut an und ist in der Tat in einem Topzustand für das Alter. So wenig, wie ich noch fliege, ist auch ein A-Schirm für mich eine gute Wahl. Das hatte ich sowieso schon seit Jahren in der Überlegung und mein ebay-Schnapper hat die Entscheidung abgenommen.

Auf den Rückweg habe ich noch schnell den Flughang in Reichenbach besucht, um zu schauen, ob man da wieder fliegen kann. Dem ist so. Gemäht.

Tja – und noch was ist mir aufgefallen. Ich hatte auf dem Heimweg so ein richtig gutes, zufriedenes Gefühl. Wie eigentlich nur nach einem Flugtag. Ich hatte fast vergessen, wie gut sich das anfühlt. Denke, dass das neue Schirm also in Zukunft doch noch Airtime bekommt.

Arm – Selig

Geht noch weniger? Seit dem Flugurlaub in Zoutelande habe ich den Schirm nur zum Entsanden rausgeholt, aber nicht 1x aufgezogen. Heute morgen kam ganz spontan eine WhatsApp, dass es vielleicht in Reichenbach passen könnte. Die Diskussion ist aber im Sand verlaufen. Trotzdem habe ich gegen 14:30 Uhr in der Webcam Schirme am Hang gesehen und bin kurzentschlossen endlich mal wieder los. Vorort war der Wind aber extrem schwach und die anderen drei Flieger sind gegangen, als ich gerade mal den Schirm wieder eingehängt und einen kurzen Hüpfer hinter mir hatte.

Ich bin dann auf Vorwärtsstart umgestiegen. Das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht, wenn man von Windenstart absieht und auch an der Winde bin ich elend lange nicht mehr geflogen.

Zwei Flüge runter zum Landeplatz kamen dabei raus. Nochmal wollte ich dann nicht mehr hochlaufen. In jedem anderen Jahr würde ich die Ausbeute als Reinfall bezeichnen. Nicht in dem Jahr, denn überhaupt kurze Airtime und das Gefühl vom Fliegen zu haben, ist mittlerweile so selten, dass ich dieses Bisschen heute echt zu schätzen weiß.

Keine Erwartungen

Nachdem der Tag gestern in Renesse/Ellemeet für mich so vielversprechend erschien und dann einfach nur frustrierend verlaufen ist, hatte ich heute keine Erwartungen mehr. Von den Locations, die wir die Woche angesteuert haben, war nur die Düne in Renesse so gebaut, dass man da vernünftig soaren kann, wenn man nicht ein echter Crack ist. Gestern ist da ein Local auch geflogen als wir ankamen. Heute hatte der Wind zuviel Osteinschlag und deshalb ging es nur wieder nach Banjaardstrand, wo wir schon vorgestern waren.

 

Angekommen ging meine Laune schon gleich weiter in den Keller, weil ein fremder Gleitschirmflieger in die Düne geweht war. Beim weiteren Beobachten war zu erkennen, dass der einfach schlecht war. Trotzdem war mir schon gleich zu Anfang die Lust auf meine große Tüte wieder verleitet und ich habe unmittelbar den kleinen Pila genommen. Am Ende hatte ich heute Sprünge von der Düne, die man mit etwas gutem Willen als Flüge werten kann und einige grundlegende Fehler in meiner Technik behoben. Kurz gesagt – nach dem schlechtesten Tag der Woche kam als letzter Tag der bester der Woche.

Flasche leer

Heute war nicht mein Tag. Durch die letzten 4 Tage mit Groundhandlen und viel Kampf mit dem Wind, aber auch die Sonne, war meine Batterie einfach leer. Den großen Schirm habe ich in Renesse/Ellemeet gar nicht im Griff gehabt und mit dem kleinen Pila auch nur ein paar wenige Hüpfer gemacht und etwas gespielt.

Kleinvieh

Die Windrichtung will einfach nicht so richtig passen. Zudem ist es viel Wind. Heute morgen sind wir nach Banjaardstrand, aber der Wind war zu stark für die richtigen Schirme.

Also war wieder Groundhandlen mit den kleinen Schirmen angesagt. Selbst mit dem kleinen Taco konnte ich dabei abheben und mit dem etwas größeren Pilat wurde es fast sowas wie Fliegen. Aber nur fast und meinen Schirm hätte ich da nicht in Griff behalten. Es bleiben noch zwei Chancen für einen echten Küstenflug.

Dünenspringen Vol 2

Wie geplant sind wir heute um 8:15 Uhr wieder nach Domburg. Am Anfang war der Wind moderat und kein Problem mit den eigenen Schirmen. Nur auch wieder von der Richtung suboptimal, aber eine bessere Location bei dem Wind ist nicht in Reichweite.

Mir war der Wind sogar am Anfang etwas zu wenig, aber er hat zügig zugelegt. Zwar bin ich nicht so oft wie gestern aus dem kleinen Düneneinschnitt gestartet, aber ein Hüpfer war gut und gerne 20 Meter weit. Man ist mit wenig zufrieden und tatsächlich habe ich auch einige neue Techniken ausprobiert bzw. ernsthaft an einigen Fehlern gearbeitet, die sich über die vielen Jahre eingeschliffen haben.

So gegen 11:00 Uhr war die Geschichte aber mit den großen Schirmen nicht mehr machbar und wir sind auf die kleinen umgestiegen. Selbst mit dem Skywalk Taco bin ich einmal gut 10 Meter weit gehüpft. Aber nach etwa einer halben Stunde ist mir der Wind für diese halbe Tüte sogar zu viel geworden.

Wir sind so gegen 12:30 Uhr zurück und wollen heute abend nochmal gemeinsam essen gehen.

Dünenspringen

Der Titel macht deutlich, dass wir heute nicht – wie gestern – an einem Deich, sondern an einer Düne waren. Aber nicht an der großen Düne hier in Zoutelande, sondern in Domburg. Da war ich letztes Jahr auch schon 2x. Einmal bin ich letztes Jahr sogar mit dem Fahrrad und dem Gleitschirm auf dem Buckel dahin geradelt. Wir sind allerdings erst nach 14 Uhr dahin, denn die Prognosen waren uneindeutig und hätten vielleicht auch für eine andere Location gepasst. Aber insbesondere am Vormittag wären Alternativen auch nicht sinnvoll gewesen und deshalb habe ich mich 1,5 Stunden an den Strand gelegt und die restliche Zeit gearbeitet.

Die Dünen in Domburg sind recht niedrig und alles, wo Gras wächst, darf nicht betreten werden. Man kann da aber trotzdem soaren, wenn der Wind genau auf der Düne steht und man die Technik gut beherrscht. Leider kam der Wind heute quer und deshalb hat sich die Frage nach der Technik erst gar nicht gestellt. Trotzdem konnte ich in den Phasen, wo der Wind etwas auf den Hang gedreht hat, ein paar Hüpfer machen, die deutlich über die gestern hinaus gegangen sind. Die besten waren über 5 Meter hoch und vielleicht 15 Meter weit. Im Grunde lächerlich, aber immerhin den Boden mehrere Male verlassen.

Nachdem gegen 17:30 Uhr mein Schirm so voller Sand war, dass er kaum noch zu starten war und sich zudem beim Versuch, den Sand aus der Tüte zu bekommen, die Leinen komplett durchgezogen haben, habe ich eingepackt und bin ins Meer baden gegangen. Zwar nur kurz, aber wenn ich schon ans Meer fahre, muss ich mindestens einmal ins Wasser. Heute war die Chance, denn die nächsten Tage wird es wohl kühler. Später habe ich aber doch nochmal gespielt. Mit einen kleinen Schirm von Skywalk. Echt ein nettes Spielgerät, auch wenn ich mit so einem Ding aufgrund der geringen Größe sicher nicht in die Luft komme. Als wir gegen 19:30 Uhr wieder zurück waren, habe ich den Schirm auf dem Parkplatz am Campingplatz erst einmal entwirrt und zumindest einiges von dem Sand rausgeholt, bevor ich mit dem Rucksack auf dem Buckel zu meinem Hotel geradelt bin.

Morgen soll die Windrichtung leider so bleiben wie bisher, nur der Wind sogar ziemlich stark werden. Wir versuchen es deshalb am Vormittag wieder in Domburg und brechen vermutlich um die Mittagszeit ab.

Deichspringen


In der Tat sieht die Windrichtung weiter so aus als wäre es die ganze Woche nix mit der großen Düne in Zoutelande, an der ich letztes Jahr zwei tolle Flüge mit etwa einer Stunde Airtime jeweils gehabt habe. Aber es gibt ein paar Alternativen und eine haben wir heute ausprobiert. Wir sind 10:30 Uhr nach Puttis Place auf der anderen Seite der Halbinsel. Da ist ein Deich mit einer Wiese davor und man kann mit Ostwind oder besser NO-Wind da was anfangen. Tatsächlich hatten wir vor Ort reinen Ostwind, was ein Soaren an der Kante unmöglich gemacht hat. Außerdem war der Wind die meiste Zeit nicht wirklich kräftig.
Aber es ging zumindest Groundhandling und das ist besser als Nichts. Bei meinem ersten Flugurlaub in Dänemark bei Løkken vor vielen Jahren sind wir nur an einem Tag geflogen und an einem ging etwas Handlen. Das war heute fast schon genausoviel und wie Groundhandling bei uns in der Gegend. Nur halt mit dem Meer in Front und absolut laminarem Wind. Dazu noch strahlender Sonnenschein und richtig warm. So gesehen war der Tag schon mal kein Reinfall.

Der Wind hätte nur ein bisschen noch drehen und eine klein wenig zunehmen müssen, dann wären meine Hüpfer vom Deich etwas erfolgreicher gewesen. Ich denke, ich bin gut 20x vom Deich gesprungen und wenn ich im Schnitt 5 Meter weit gekommen bin, habe ich over all auch 100 Meter in der Luft heute verbracht. Vielleicht waren es auch 30x und mehr Meter.

Trotzdem – etwas mehr sollte schon gehen und ich bin ganz guter Hoffnung, dass wir die nächsten Tage bei mehr Nordwind in ein Gelände fahren, wo man wohl auch soaren kann. Aber das kenne ich noch nicht und ich werde ja sehen, wieviel Airtime die Woche dann noch neben dem Groundhandlen bringen wird.

So gegen 16:30 Uhr sind wir dann wieder zurückgefahren.

2. Mal Zoutelande

Nachdem ich ziemlich genau vor einem Jahr das 1. Mal zum Küstenfliegen in Zoutelande war, bin ich wieder da. Gerade angekommen. Auch wieder ein organisierter Flugurlaub.

Es ist strahlender Sonnenschein, aber ich sehe schwarz für die Windrichtung.Da ist für die ganze Woche leider die falsche Richtung angekündigt.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und vielleicht geht ja auch was an anderen Locations. Für die große Düne sehe ich aber leider sehr, sehr schwarz.

Aber nachdem wir gerade das Kennenlernentreffen hatten, wurden einige alternative Locations angesprochen, wo zumindest Groundhandling und evtl. sogar soaren möglich sein sollte. Ich werde es in der Woche sehen.