Phasenverschoben

Irgendwie waren der Flugtag und ich heute „phasenverschoben“. Obwohl die meisten anderen Piloten heute von einem Superflugtag gesprochen haben, bin ich nicht richtig „reingekommen“.
Ich war schon kurz nach 9:00 Uhr am Hang in Eschbach angekommen und hab gleich meine ersten Versuche gemacht. Aber schon noch kurzer Zeit ist der Höhenwind durchgebrochen und es wurde sehr sportlich. Mir zu sportlich, denn auf dem Feldberg haben sie Böen über 50 Km/h gemessen und ich hatte Bedenken, dass die bis zu uns durchkommen. Daher habe ich erstmal lange gewartet, bis ich ich es erneut versucht habe. Die anderen sind in der Zeit top geflogen, aber wie gesagt – ich kam nicht so richtig in den Flugtag rein, was vielleicht auch daran lag, dass ich gesundheitlich etwas angeschlagen war. Meine zweite Flugphase war auch recht vorsichtig und hat recht schnell wieder geendet, weil der zwischenzeitlich etwas nachlassende Wind dann wieder voll aufgedreht hat. Ich habe etwas frustriert eingepackt, aber dann doch nochmal ausgepackt, denn kurz nach 13:00 Uhr kamen dann doch noch Bedingungen, bei denen ich mich dann wohl gefühlt habe. Allerdings wurde der Wind so zwischen 14:00 Uhr und 14:30 Uhr so schwach, dass es sich nicht mehr gelohnt hat. Insgesamt habe ich recht wenig aus dem Tag gemacht, aber ein paar kleinere Flüge und einige Spielereien an der Kante kamen zumindest raus.

Was eine Nebelsuppe

Für heute war bei meinem Verein GFT Schleppen in Singhofen angesetzt. Zusammen mit einem Windenkurs. An so Tagen kommt man dann zwar kaum in die Luft und muss froh sein, wenn man 2 bis 3 Flüge hinbekommt. Aber zum Ende der Saison muss man nehmen was man kriegt. Ich hatte zudem heute Zeit und da der Treffpunkt schon 9:00 Uhr war, war das Fenster für Flüge trotz der frühen Dunkelheit am Nachmittag eigentlich ausreichend groß. Die Prognosen haben zudem Sonne versprochen – zumindest am Nachmittag.

Nur war mir eigentlich schon von Anfang an klar, dass um 9:00 Uhr normalerweise der Nebel ziemlich über dem Platz hängt. Die Erfahrung habe ich schon mehrfach gemacht – auf dem Weg nach Singhofen zwar Sonne, aber auf dem Flugplatz hat man dann die Hand vor Augen nicht gesehen. Aber wie gesagt – ich hatte Zeit und wollte unbedingt nochmal an der Winde in die Luft, bevor die Windensaison in die Winterpause geht.

Aber bereits auf dem Weg zum Flugplatz war klar, dass das heute eine enge Geschichte mit Airtime wird. Am Rhein dichter Nebel und etwa 4 Grad. Und obwohl bei Martinsthal strahlender Sonnenschein aufkam, ist man auf dem Taunus dann permanent in dickstem Nebel gefahren, der nur vereinzelt durch kurze Sonnenunterbrechungen abgelöst wurde. Dazu war an mehreren Stellen der Nebel auf der Straße gefroren und es verdammt glatt.

Als ich dann am Gelände ankam, konnte ich es erst einmal nicht fassen, wie viele Autos da waren. Es waren gut 20 Flugschüler vor Ort. Dazu kam dichter Nebel und Kälte um den Gefrierpunkt. Absolut keine guten Bedingungen. Es war also erst einmal Parawaiting angesagt. Erst gegen 12:00 Uhr wurde ein Versuch beschlossen, ob man nicht zumindest mit Flachschlepps was machen kann. Ich habe den Dummy gemacht. Das war eine gute Wahl, denn ich bin damit heute als nur einer von zwei Piloten überhaupt in die Luft gekommen.
Denn schon bei meinem Flug hat der Windenfahrer ziemlich schnell den Zug rausgenommen, weil ich für ihn nicht mehr zu sehen war. Obwohl die Streckschleppe vielleicht 300 – 400 Meter kurz und ich zu dem Zeitpunkt maximal 20 bis 30 Meter hoch war. Da zwei Seile ausgelegt waren, hat noch ein zweiter Freiflieger einen Versuch gestartet. Mit dem gleichen „Erfolg“. Also war wieder Parawaiting angesetzt und so gegen 14:00 Uhr haben wir aufgegeben. Der Nebel hat sich einfach nicht verzogen. Im Gegenteil – aus den Tälern hat er zu dem Zeitpunkt sogar wieder stärker hochgedrückt.
Das Perverse – auf dem Rückweg kam nur wenige Kilometer entfernt und vielleicht 50 Meter höher strahlender Sonnenschein raus. Auch im Radio haben Sie von super Sonnenschein geschwärmt. Aber was nutzt es, wenn es vor Ort nicht gepasst hat? Auch waren das nur kurze Lichtblicke und die meisten Stellen der Rückfahrt lagen wieder in der Nebelsuppe. Trotzdem bin ich heute gar nicht angefressen, denn auch die 1 bis 2 Minuten in der Luft sind eben in der Luft gewesen. Auch weg ich den Schirm dafür jetzt im Keller trocknen muss. In der Jahreszeit ist jede noch so kleine Session gut für das Gemüt und die ganze Sache hatte ein bisschen was von Abenteuer. War auf jeden Fall gut gegen Langeweile.

Das Ende der Schleppsaison ist wieder nahe …

… aber heute konnte ich nochmal das schöne Wetter ausnutzen und zu dem kurzfristig angesetzten Schleppen nach Neu-Anspach fahren.  Da hatte ich dieses Jahr die Schleppsaison begonnen und – wenn es nicht noch ein paar Termine in Singhofen, Wallertheim oder sonst gibt – da habe damit heute also das Ende der Saison vorsichtig eingeleuchtet. Interessanterweise war ich aber auch dieses Jahr nur 1x überhaupt da gewesen – eben zum Anfang und Ende der Saison.

Wobei ich die letzten Wochen bzw. Monate ob vieler Arbeit mit externen Schulungen und meist miesem Wetter an den Wochenenden sowieso nur recht selten in die Luft kam. Von daher war die Airtime bitter notwendig.

Obwohl ich bis heute morgen den Tag gar nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Ich hatte mich ab Anfang der Woche eigentlich auf gestern am Hang in Eschbach eingerichtet, aber nachdem sich der Nebel gestern einfach nicht gehoben hat und der einzige Flieger am Hang bis 15:00 Uhr nicht in die Luft kam (was man auf der Webcam sehen konnte), hatte ich den Tag gestern abgeschenkt. Dass er dann ab 17:00 Uhr doch noch super geflogen ist – halt dumm gelaufen für mich, aber es wäre nach 15:00 Uhr mit Losfahren sowieso zu spät für mich geworden.

Heute hatte ich eine kleine Chance für Reichenbach gesehen, aber eigentlich nicht ernsthaft erwogen. Die sehr kurzfristige Mail, dass in Neu-Anspach geschleppt wird, hat dann überhaupt nicht in den Tagesplan gepasst. Aber nachdem die Webcam auf dem Flugplatz Sonne gezeigt hatte und die Windmesswerte auch gut waren, konnte ich nicht anders. Die Chance musste ich einfach nutzen und das war eine gute Entscheidung.

Ich hatte über den Nachmittag 3 Flüge und die waren für die Jahreszeit gar nicht so schlecht. Dazu bin ich noch etwas Quad zum Ausholen der Seile gefahren, was auch immer wieder Spass macht.

Daraus resultierte ein unerwarteter, schöner Flugnachmittag, der vielleicht der letzte Schlepptag des Jahres war. Ich habe zwar noch Hoffnung, dass es am Samstag in Singhofen was wird und vielleicht auch noch später im Jahr irgendwo eine Winde angeworfen wird, wenn die Bedingungen passen. Aber die Chance heute ist für alle Fällen nicht ungenutzt geblieben.

Immer wieder krass, was ein Hang mit 15 Meter Höhenunterschied ergibt

 

Die letzten Wochen und Monate bin ich viel weniger zum Fliegen gekommen als üblich und eigentlich auch geplant für die Sommerzeit. Aber es hat irgendwie oft einfach nicht gepasst.

Wobei es jammern auf hohem Niveau ist, denn es waren schon regelmäßige Sessions dabei. Aber fast nur an der Winde. Am Hang war ich schon mehrere Wochen nicht mehr und über das Jahr insgesamt aus dem Bauch heraus sogar weniger als an der Winde.

Aber heute war endlich mal wieder Eschbach angesagt. Die Prognosen haben recht stramme Bedingungen erwarten lassen und so war es vor Ort dann auch.

Eigentlich sah es von vorneherein so aus als würden die Bedingungen vor allen Dingen für die Abendsession jedoch perfekt werden. Und was ich später auf der Webcam gesehen habe, ist auch das eingetreten.

Nur musste ich den Abend heute streichen, denn nach einigen sporadischen Moderationen beim Klinikfunk und Planet Radio (dem Jugendsender von FFH) haben meine Zwillinge diese Saison den ersten festen Job als Moderatoren bei Sport Deutschland.tv. Sie moderieren die Heimspiele der Handballbundesliga der Frauen. Und zwar die der Bundesligamannschaft von Mainz 05 (den Dynamites), die letztes Jahr in die erste Bundesliga aufgestiegen sind. Da war heute erst die 2. Moderation angesetzt und die musste ich  (Vaterstolz) mir unbedingt ansehen. Da die Kidds sowieso Sportreporter werden wollen, haben die mit gerade mal 19 Jahren damit schon einen wichtigen Schritt gemacht.

Also bin ich heute früh an den Hang gefahren und wie ich so kurz vor 11:00 Uhr zum Hang hochgelaufen bin, sind die ersten beiden Flieger in die Luft gegangen.

Der Wind stand perfekt an, war aber von Anfang an recht stramm. Ich bin in der ersten Stunde teils mehrere Hundert Meter weit über die Felder vom Hang weggeflogen. Ich kann mich nicht entsinnen, ob ich schon einmal soweit weg vom Hang geflogen bin – außer vielleicht beim Abflug zur Landewiese. Es hat eigentlich überall getragen bis hin zur Stromleitung. Erst da ging es dann runter. Es schon irre, was ein Hang mit 15 Höhenmetern hergibt. Einige Flieger sind wohl heute im Laufe des Tages weit über 500 Meter über den Hang gestiegen – vielleicht sogar an die 1000 Meter.

So gegen 12:00 Uhr hat der Wind nochmal zugelegt und mir wurde es zuviel. Einige Flieger sind weitergeflogen und trotz des starken Winds war es wohl auch in der Höhe nicht bockig. Aber einige andere sehr gute Flieger sind bei den Bedingungen sogar heimgegangen oder nicht mehr gestartet.
Denn der Feldberg hat zu der Zeit Böen über 50 Km/h gemeldet und wenn die durchgedrückt hätten, wäre das nicht mehr lustig geworden. Zumal einige Flieger wie gesagt mehrere Hundert Meter über den Hang gestiegen und damit auch deutlich über die Höhe vom Feldberg gekommen sind. Wir haben das also die erste stramme Phase mit den meisten Fliegern erst einmal ausgesessen.

Als ich mich mit den übrigen wartenden Fliegern wieder an den Start gemacht habe, war es deutlich ruhiger geworden.

Und voller und dann greift das übliche Problem in Eschbach – es wird bei schwächeren Bedinungen vor der Kante zu voll. Ich bin dann zwar noch eine Weile geblieben, aber so gegen 14:30 Uhr auf die Landewiese geflogen und habe eingepackt. Ich mag es nicht, wenn es sich vor der Kante staut.
Soweit ich das mitbekommen habe, ist es aber in der Folge wieder richtig gut geworden (vor allen Dingen gegen Abend), aber aus besagten Gründen wollte ich nach Hause.

Wobe ich vorher gerne nochmal einen Sprung in den Hattsteinweiher zum Abschluss des Sommers gemacht hätte. Ich habe auf dem Rückweg auch kurz da vorbeigeschaut, aber die Sperre wegen Algen und vor allen Dingen 12,5 Grad Wassertemperatur haben mich von einem Saisonabschlussbad abgehalten.

Schöner Spätsommerflugtag

Das war heute nochmal tolles Spätsommerwetter. Temperaturen bis fast 30 Grad und strahlender Sonnenschein.

In Singhofen war Schleppen von den Gleitschirmfreunden Taunusstein angesetzt und um 11:00 Uhr ging es los.

Ich war wie meist im ersten Flugpaar dabei und kam über den Tag auf 5 Flüge.

Die waren allesamt nicht übel, nur als es am späteren Nachmittag so
richtig gut losging, war ich ob der vorherigen 5 Flüge, der
Temperaturen, der bretzelnden Sonne und einer harten Arbeitswoche zu
fertig, um das noch auszunutzen. Ich denke, dass ich damit zwar eine
Menge Airtime verpasst habe, aber wenn ich kein gutes Gefühl habe,
versuche ich eigentlich nie noch etwas zu erzwingen.

Aber ich bin trotzdem zufrieden und war so hoch, dass ich das erste Mal aus der Luft die Lahn gesehen habe. Zumindest sollten es die Gebäude der Promenade von Nassau gewesen sein.

Zudem bin ich am Ortsrand von Singhofen, über dem Friedhof und an der hinteren Straße gewesen.

Ich hoffe mal, dass die kommenden Wochenenden noch ein paar weitere gute Schlepptage bringen.

Nicht Passeiertal, nicht Achensee, …

… sondern Rheinhessen. Klingt vielleicht komisch, aber ich war gerade über 12 Tage auf Familienurlaub erst in Süd-Tirol und dann noch am Achensee. Also 2 Hotspots zum Gleitschirmfliegen. Aber ich hatte bewusst den Schirm nicht mitgenommen. Es passt für mich
nicht zum Familienurlaub, wenn man permanent versucht die Aktivitäten mit der Familie rund um die Fliegerei zu organisieren. Das ist einfach Stress und m.E. dem Familienfrieden sehr abträglich. Zumal es fraglich ist, ob meine „Kidds“ in Zukunft noch mit in Urlaub fahren.

Aber es war die letzten Tage schon ziemlich heftig, als mir da permanent die Fliegerkollegen um die Ohren geflogen sind und wir auf Wanderungen am Hirzer und am Achensee an Startplätzen und Landeplätzen vorbeigekommen sind, wo reges Treiben geherrscht hatte. Und zudem ist in Salthaus ein Fliegerkollege aus meinem Verein mit dem Bus vorbeirauscht und dann später über uns wegflogen. während wir vom Hirzer herunter gewandert sind.

Zumindest habe ich die Gelände am Achensee mal angesehen, denn da war ich bisher noch nie. In Salthaus im Passeiertal war ich vor 2 Jahren schon einmal und da hat sich in den zwei Jahren das Gleitschirmfliegen extrem entwickelt. Statt wenigen Tandemflügen, wie vor 2 Jahren, sind die Tandems als auch Solopiloten gefühlt jeden Tag von früh morgens bis spät in den Abend in der Luft gewesen. Aber ohne dass es mir zu voll am Hang und Himmel erschien. Das nächste Mal nehme ich definitiv den Schirm mit, wenn ich nochmal an eine der beiden Locations gehe – insbesondere das Passeiertal reizt mich, denn die Startplätze als auch Flugbedingungen schienen mir richtig gut.

Anyway – nachdem ich die Woche zurückgekommen war, hatte ich zumindest auf das Wochenende gehofft, um mir den „Frust“ etwas aus den Knochen zu fliegen (wobei der Urlaub an sich schön war – also die Entscheidung gegen die Schirmmitnahme vermutlich richtig).
Die Prognosen waren aber für das Wochenende leider nicht ohne. Von meinen Kandidaten für einen Flugtag heute hat sich zuerst die Windenschleppgemeinschaft Rheinhessen mit einer Schleppterminierung gemeldet und da habe ich mich dann angemeldet. Mein eigener Verein kam erst später und da es mit Pilotenanmeldungen in Wallertheim knapp war, habe ich mich da in der Pflicht gesehen und meine Anmeldung aufrecht gehalten.

In Singhofen haben dann aber Piloten gefehlt und der Termin ist ausgefallen. Das lag aber nicht nur an mir, denn es hätten noch mindestens 2 weitere Piloten kommen müssen. Zudem wurden die Wetterprognosen hinsichtlich des Winds am Nachmittag als zu heftig eingestuft.
Nun wurde aber wegen der wenigen Piloten bei der Schleppgemeinschaft Rheinhessen von denen ziemlich die Werbetrommel gerührt und gestern abend gab es dann so viele Anmeldungen, dass es unfähr doppelt so viele Flieger waren, wie man da sinnvoller Weise mit der Abrollwinde in die Luft bekommt. Perfekt sind etwa 8 Flieger und es gab 15 Anmeldungen. Da Singhofen aber wie gesagt nicht zustande gekommen ist, bin ich dennoch heute morgen zeitig nach Wallertheim.

Wobei kurzzeitig sogar zur Diskussion stand, dass ich dort eine Ausbildung zum Windenfahrer heute anfangen sollte. Ich hatte vor einiger Zet dort angedeutet, dass ich das machen könnte, um die Anzahl der Windenfahrer etwas aufzustocken. Aber eigentlich wollte ich das erst nächstes Jahr angehen und es ist auch heute nichts an dem Start der Ausbildungsschlepps geworden. Aber das war am Anfang unklar und um zumindest einmal in die Luft zu kommen, bin ich heute gleich als erster Pilot raus. Der Flug an sich war kein Highlight des Jahres, aber auch nicht schlecht. Ich konnte mich eine Weile mit Nullschiebern halten und die Ausklinkhöhe war ebenso nicht übel.

Natürlich kompensiert das nicht die möglich gewesenen Flüge in den Alpen, aber es dämpft den Entzug bzw. die Enttäuschung über das Verpasste. Da vor Ort aber wirklich ziemlich viele Piloten da waren (wenngleich weniger wie angekündigt) und es heute beim Schleppen selbst an vielen Ecken gehangen hat, sind die meisten Piloten (auch ich) nur 1x in die Luft gekommen. Wobei es nicht langeweilig war – ich habe halt die Zeit nach dem Flug Startleiter oder Fahrer des Schleppfahrzeugs gemacht.
Die Bedingungen waren dann auch über Mittag – wie befürchtet – teils verdammt böig. Nicht wirklich thermisch, denn nur 2 Flüge waren richtig gut, aber heftiger Wind am Start. Das hat die Sache bei einigen Piloten schwierig gemacht und wir hatten ein paar Startabbrücke bis hin zum Seilriss. Ich bin da mit meinem frühren Flug noch ziemlich gut weggekommen.

Leider etwas zuviel um sicher zu fliegen

Ich kann nicht sagen, dass ich dieses Jahr wenig zum Fliegen komme. Aber hauptsächlich an der Winde. Und in Reichenbach war ich – glaube ich – dieses Jahr erst 1x. Heute sah es ganz gut aus und da ich sowieso noch nach Eppstein musste, bin ich über den Hang gefahren. 13:30 Uhr war ich da. Der Wind hat gut angestanden, aber schon meine ersten Versuche haben gezeigt, dass es sportlich war. Nach 5 oder 6 kleinen Hüpfern hat es dann sogar zugenommen und habe ich erstmal Pause gemacht. Zu zweit haben wird dann bis etwa 15:30 Uhr gewartet, ob die Bedingungen ruhiger werden. Das Gegenteil war aber der Fall und wir haben dann abgebrochen.

Doppelschlag am Wochenende

Nach dem gestrigen Schlepptag bei der Windengemeinschaft Rheinhessen in Flonheim bin ich heute zu meinen eigenen Verein auf das Schleppgelände in Singhofen gefahren. 11:00 Uhr war da der Start angesetzt und ich auch da. Der erste Start hat sich aber etwas hingezogen und gegen 12:00 Uhr bin ich als erster Pilot raus. Wir haben zuerst Richtung Nord geschleppt, aber nach dem ersten Fliegerpaar haben wir die Winde umgestellt und Richtung Süd geschleppt. Ich hatte beim Start schon leichten Rückenwind und der hat sich dann sowohl verstärkt als auch fix eingependelt.

Der Wind war allerdings sehr moderat und kam über den Tag sowieso meist eher quer von West. Aber der Wind war heute gar kein Problem. Viel schwächer als gestern.

Allerdings ging es thermisch teils ziemlich heftig ab. Kurz nach dem Wechsel der Schlepprichtung hatte ein Pilot bei seinem Flug unterhalb einer ziemlich dunklen Wolke einen heftigen Frontklapper. Danach ist er erstmal mit angelegten Ohren zur Landung runter. Ich habe das von unten ziemlich gut gesehen und sowas verunsichert – mich zumindest – ob der vorherrschenden Bedingungen.

Da ich bei meinem ersten Flug zudem die letzten Meter im Landeanflug durchgesackt und ziemlich schnell runtergekommen und
dabei hart aufgeschlagen bin, haben mir zudem Rücken und Knöchel etwas
gezwickt. Ich habe deshalb erstmal eine Weile Startleiter gemacht, bevor
ich meinen zweiten Flug angegangen bin. Insgesamt waren die Bedingungen heute wirklich thermisch sehr aktiv und es ging schon am Seil doch recht hoch. Wobei mein zweiter und dann der letzte Flug harmlos waren.

Ich hatte mir aber wohl bei meinem Rückflug von Videoaufnahmen in Graz letztes Wochenende im Flieger einen Magen-Virus eingefangen (da verteilt sich das in der Klimaanlage ideal) und war von der etwas ladaden Woche noch etwas schlapp. Zusammen mit der brutzelnden Sonne war ich gegen 15:30 Uhr recht fertig und habe es bei 3 Flügen heute belassen – auch wenn die anderen Flieger extrem gut geflogen sind als ich dann eingepackt habe.

Aber mit den 5 Starts von gestern kam ich das Wochenende dennoch auf eine ziemlich gute Ausbeute und von daher war das ok so.

Dennoch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die letzten zwei Jahre die Thermik häufiger ziemlich ruppig ist als es früher der Fall war. Könnte tatsächlich an der Klimaerwärmung liegen und daran, dass die Böden metertief ausgetrocknet sind und sich die Thermik deshalb großflächiger und härter löst.

Kurzschlepps die Zweite

Nachdem das Testival in Asslar aufgrund der Wetterprognosen abgesagt wurde (gerade wegen den Aussichten für Samstag), war ich für heute eigentlich nicht auf Fliegen eingestellt. Zumal eine Familienveranstaltung am Vormittag es sowieso zu spät für ein Schleppen in Singhofen gemacht hätte, was auch erstmal angesetzt war. und dann doch abgesagt wurde.

Aber die Schleppgemeinschaft Rheinhessen bildet diese Jahr einen weiteren Windenfahrer aus und der braucht noch Schlepps für den Schein. Trotz der etwas unsicheren Aussichten sollte es um 11:00 Uhr da losgehen. Es gab vor einigen Wochen schon einmal eine Session mit solchen Kurzschlepps, um möglichst viele Flüge durchzuziehen. Man wird dabei auf vielleicht 100 – 150 Meter hochgezogen und klinkt dann schon aus. Und da Flonheim für mich noch recht gut und fix nach der Familienfeier zu erreichen war und mit 5 angemeldeten Fliegern gerade mal die Minimalanzahl erreicht war, habe ich angeboten so zwischen 12:00 und 12:30 Uhr zum Helfen und vielleicht 1 oder 2 Starts nachzukommen. Man braucht bei so einer Sache einen Fahrer des Schleppfahrzeugs, den Windenfahrerausbilder und den auszubildenden Windenfahrer sowie einen Startleiter. Und dann halt noch den Piloten. Macht 5 Leute und wenn dann immer eine Person zum Ersatz da ist, ist das natürlich gut.

Nur als ich an der Schleppstrecke ankam, waren da nur die drei Windenfahrer – kein Pilot und kein Startleiter. Denn zwei angemeldete Flieger waren nicht da. Und so wurde ich ungeplant zum erstmal einzigen Pilot, der direkt hintereinander 5 Flüge durchgezogen hat. Die ersten beiden sogar in Personalunion mit dem Startleiter, denn wie gesagt hat dafür eine Person gefehlt. Das geht halbwegs, wenn man gute Bedingungen hat, mit Vorsicht vorgeht und etwas Erfahrung ein Funkgerät mit Adapter hat. Nur so ganz koscher ist das nicht und nach dem 2. Flug wurden die Bedingungen auch vom Wind recht stark. Glücklicherweise kam aber ein Pilot ohne Windenschein zum Zuschauen und der hat dann bei meinen drei weiteren Flügen den Startleiter gemacht.

Wobei die Flüge an sich von den Bedingungen ok waren. Zwar hatte ich bei Flug 2 einen kleinen Ast aus Stroh im Gebälk und der Schirm hat deshalb etwas Seitendrall bekommen, aber das war unkritisch. Etwas knackiger war Flug 5, denn in dem Moment, wo ich den Schirm hochgezogen habe, hat eine seitliche Böe reingehauen, dass es mich fast auf die Bretzel gehauen hat. Aber nur fast und mit etwas Hin- und Hergeschwinge bin ich noch gut in die Luft gekommen.

Im Anschluss hat der Windenfahrer, der bei mir Fahrer war, die Pilotenrolle und ich die Fahrerrolle übernommen. Mit ihm hat der „Windenfahrerazubi“ noch 6 weitere Starts auf sein Konto bekommen. Als ich dann wieder tauschen wollte, hat sich ein paar Km weg verdammt schnell eine Gewitterzelle gebildet, dass wir erst unterbrochen und letztendlich gegen 16:00 Uhr abgebrochen haben. Die Gewitterzelle ist letztendlich vorbeigezogen und auch zusammengebrochen, aber das schien und sicherer. Überhaupt – in den niedrigen Höhen war es heute bei vom Wind zwar stark aber ok. Nur weiter oben muss die Post doch ganz gut abgegangen sein. Und wir hatten wohl ziemlich mit dem Ort Glück, denn was ich in meiner WhatApp-Gruppe vom Hang in MF lese, waren dort die Bedingungen zu heftig, um am Hang zu sicher zu soaren. Von daher etwas riskiert heute – nicht vom Fliegen, aber überhaupt anzufangen – und eben Glück gehabt.

Winde oder Hang? Beides!

Aber beides irgendwie suboptimal heute. Es war Schleppen in Singhofen angesetzt und ich hatte mich sehr frühzeitig dafür gemeldet. Denn die Prognosen sahen stabil und gar nicht schlecht aus. Aber da der Wind gar nicht so schwach werden und aus Nord kommen sollte, bin ich schon mit einem Plan B – den Hang in MF – heute dahin gefahren. Wobei mir es eigentlich sowieso lieber gewesen wäre, meinen Schirm erst einmal am Hang zu testen. Denn ich hatte einen Teil meiner rechten A-Leine und zwei Teile der Bremsleine – jeweils in der mittleren Galerieebene – tauschen müssen, da deren Ummantelung defekt war.

Obwohl ich sicher war, dass ich dabei sorgfältig gearbeitet hatte, war mir nicht ganz wohl. Das war das 1x, dass ich das selbst gemacht hatte. Bei der A-Leine war auch alles ok, aber bei den Bremsleinen war ich zu blöd und habe sie einmal vor der D-Leine durchgezogen. Dafür nicht richtig durch die Umlenkrolle. Was zwar wie gesagt von Dummheit zeugt, aber nicht kritisch ist, denn der Schirm bleibt ja uneingeschränkt lenkbar. Trotzdem ärgert mich dieser Fauxpas.

Irgendwie war aber auch sonst heute der Wurm drin. Mein Flug an der Winde war ganz ok, aber schon da kam der Wind quer zur Bahn. Davor stand der Wind richtig gut an (wie angekündigt), aber mehr oder weniger mit meinem Flug kam der Wind aus West und so richtig wollte er nicht mehr auf die Bahn drehen.

Und als ich dann zu meinem zweiten Flug am Start stand und das Seil angezogen werden sollte, wollte die Bremse bei der Winde nicht mehr rein. Nachdem das Problem nach einer guten Stunde nicht gelöst war, habe ich dann Option B gezogen und bin an den Hang in MF. Nur ging es auch schon auf dem Weg dahin nicht so gut weiter – mehrere Streckensperrungen mit Umwegen und es hat sich gezogen, bis ich am Hang war.

Und dort kam der Wind zuweit aus Ost. Unglaublich – nur ein paar Kilometer auseinander und aus zuviel West wird zuviel Ost. Eigentlich vollkommen unlogisch, denn Hang und Schleppstrecke haben die gleiche Ausrichtung. Zudem war der Wind schwächer als erwartet und thermisch ging durch die Wolken und den Regen der letzten Tage nichts – ganz im Gegensatz zu den letzten Wochen.

Dennoch gingen zumindest ein paar Flüge von oben und ein bisschen spielen auf der unteren Wiese. Dabei konnte ich wenigstens den Schirm in Ruhe testen. Nach der Korrektur der Bremse ist wieder alles im Lot und der Tausch des einen Teils der A-Leine beeinflusst in keiner Weise das Flugverhalten. Zumindest ist das eine positive Sache an dem Tag gewesen.