Schöner Schleppnachmittag bei der Windenschleppgemeinschaft Rheinhessen

Heute waren wirklich für die Spätsaison Traumbedingungen. An so einem Tag muss man einfach in die Luft gehen. Sehr schöne Sonne, angenehm warm und recht wenig Wind aus südlichen Richtungen. Der Wind war mir etwas schwach für meine üblichen Hang-Locations wie Reichenbach, aber ich wollte heute sowieso mal wieder was anderes sehen. Ich bin dieses Jahr schon viel in der Luft gewesen, aber immer nur meine 5 – 6 Standardhänge und Flugplätze.

Auf der Wasserkuppe muss es richtig gut an den Südhängen gewesen sein. Ich muss auch unbedingt mal wieder auf die Waku, aber heute habe ich mich für das Schleppen in Wallertheim bei der Windenschleppgemeinschaft Rheinhessen entschieden. Da wollte ich dieses Jahr auch unbedingt nochmal hin und dort geht die Schleppsaison so langsam dem Ende zu. Zudem dürfte es auf der Waku verdammt voll gewesen sein.

Also war ich pünktlich zum Treffen um 11:30 an der Autobahnbrücke zwischen Schimsheim und Wallertheim. Obwohl ich immer noch sehr gerne in meine alten Reviere im Taunus fahre, ist es nach Wallertheim mittlerweile für mich sogar die kürzeste Entfernung zu einem Fluggebiet überhaupt.

Vor Ort waren wir nur 6 Flieger und ein paar Zuschauer. 4 Gleitschirme und 2 Drachen. Darunter zwei Windenfahrer von der Schleppgemeinschaft und der Rest waren Gäste und die haben sich über den Nachmittag die übrigen Arbeiten geteilt. Ist super gelaufen. 6 Leute sind an so einem Tag bei der Sache eine perfekte Anzahl – genug Leute, um den reibungslosen Betrieb zu erlauben und man kommt immer sofort an den Start, wenn man Zeit und Lust hat.



Bei dem Schlepp in Wallertheim gibt es zwei richtig spannende Besonderheiten:

  1. Man fliegt im Bereich von einem Rattenschwanz an Windrädern und bei bestimmten Windrichtungen schleppt man direkt auf die Windräder zu (so wie heute)
  2. Der Schlepp erfolgt mit einer Abrollwinde, die auf der Anhängerkupplung von einem Auto montiert ist – nicht wie üblicher Weise mit einer stationären Winde. Das Auto fährt mit einer gewissen Geschwindigkeit einen Feldweg lang (bis unter das erste Windrad) und der Flieger hängt bis zum Ausklinken hinten an einem sich immer mehr ausrollendem Seil dran. Das ist einerseits eine sehr sanfte Art geschleppt zu werden, aber andererseits pulst das beim Schlepp gewaltig (da wird man fast seekrank ;-)).

Beides ist ziemlich abenteuerlich, wenn man das nicht gewohnt ist. Ich war aber die letzten Jahre schon 2x dort gewesen und wusste, was da auf mich zukommt. Dementsprechend habe ich mich heute auch nicht geweigert den Dummy zu machen. Trotzdem habe ich beim ersten Flug noch in recht großen Sicherheitsabstand vom Windrad ausgeklinkt, um mich an den Eindruck zu gewöhnen. Das sieht wirklich beeindruckend aus, wenn man dem Rotor näher und näher kommt. Beim letzten Flug habe ich mich dann aber auch wirklich bis Anschlag schleppen lassen und das Schleppauto hat direkt unter dem Windrad gehalten. Natürlich hängt das Schleppseil in einem Winkel nach hinten, aber man kommt den Dingern schon ziemlich nahe. Aber ich habe heute wieder live erlebt, dass die Windräder keine (!) Verwirbelungen auslösen (zumindest solange sie nicht zu schnell drehen und wenn die wirklich schnell drehen, bleibt die Tüte auf dem Boden).
Insgesamt war das heute ein richtig schöner Schleppnachmittag, bei dem ich drei schöne Flüge hingekommen habe. Der letzte war vor allen Dingen beim Ausklinken richtig hoch (geschätzt zwischen 400 – 500 Meter über Grund) und dementsprechend gar nicht so kurz. Nett auch – am Ende gab es von der Schleppgemeinschaft noch ein gekühltes Landebier spendiert. War sicher nicht das letzte Mal da.

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